Dienstag, 31. März 2009

Mileage

Es ist leichter das Ziel zu finden als den Weg!!
Januar, Februar und jetzt der März, das erste Vierteljahr ist vorbei und dabei sind auch wieder einige Kilometerchen „unter die Räder gekommen“

Vielleicht nicht so viele wie gewohnt, dennoch genug um, ja wohin denn zu gelangen ??!

Bis zum 04.12.2007 war alles ganz klar und einfach. Die imaginäre Reise zum Mond, welche ich mit Beginn meiner „Sammelleidenschaft“ für Radkilometer begonnen hatte, war zu Ende, also zum Zielpunkt zu führen. Also eine klar definierte Aufgabe, eine Lebensaufgabe mitnichten.

768.806 km (basierend auf der mittleren Entfernung Erde – Mond – der Erdtrabant „eiert“ ja um unseren Heimatplaneten, wie auch dieser seine „elliptische Kartoffel“ um die Sonne zieht...) waren das.

...somit war ein Ziel da, das ist nun aber weg, jetzt bleibt nur der Weg....
Natürlich bin ich nicht in irgendein Loch gefallen, und natürlich fahre und sammle ich auch weiterhin fleißig Kilometer, erlaube mir aber auch mal die eine oder andere Schlechtwetterfahrt durch ein Läufchen zu ersetzen.

Die Million anzupeilen, das ist schon richtig, das werde ich schon – nicht aber mehr mit dieser Effizienz wie in der Vergangenheit.
Dafür ist die „Million“ einfach ein zu künstliches Gebilde, ein Zahlensammelsurium, wenn auch nur aus einer eins und sechs folgenden Nullen, ein Gebilde welches keine Emotion aufgrund einer Präsenz im täglichen Leben besitzt, damit auch für mich die Funktion eines Zieles nicht so recht erfüllen kann.

Aber egal, während es letztes Jahr immerhin auch mal wieder über die Vierziger-Grenze ging, so dürfen wir dieses Jahr gespannt sein, wie es nach dem eher schleppenden Beginn weitergehen möge....und wohin mich dann manche der Kilometer, die geplanten dann vor allem, hinführen mögen.
2.628 km im Januar,
2.323 km im Februar,
3.311 km im März.
gelaufen wurde natürlich auch, so dass nach

461 km im Januar,
460 km im Februar und
157 km im März anlagen.

Für die ganz Neugierigen, die Kraft des sonstigen Rumpfes wurde natürlich
auch trainiert ,
im Januar 23, im Februar 22 und im März 14 mal

Hierfür gab es auch einen Grund,
Mitte März hatte ich noch mal eine kleine OP an der Schulter über mich zu ergehen lassen.

Samstag, 28. März 2009

Wer sich bewegt,...

Wer sich bewegt, bringt etwas in Bewegung...!

...daran muss ich gerade denken als ich zum Fenster rausschaue und feststellen darf, muss, oder kann – Herrjeh, es regnet mal wieder!

Aber immerhin, es regnet. Ist es doch gerade mal 3 Tage her, dass es nicht mehr dauernd schneit.

Dabei hatte es sich das Wetter nach den heftigen Schneefällen in der ersten Märzdekade wieder auf Richtung wärmer gedreht, so dass bei den bescheidenen Sonnenstrahlen meine Krokusse im Garten ganz zart die Köpfchen öffneten und in die Sonne strahlten....bevor der Schnee sie wieder zudeckte,
Natürlich war da auch das Radfahren wieder etwas schwieriger und ein Lauf ab und an angebracht, um eben auch in Bewegung zu bleiben, denn:

Wer sich bewegt, bringt etwas in Bewegung!!!!

Warum ? – Wer Träume hat und diese in langen Mußestunden schon zur Vision werden lies, ja, der ist dann auch schon beim Pläne schmieden.

Schaue ich zurück – liebe Leser, jetzt in den Anfangszeiten des Blog habe, und werde ich, einige Geschichten aus meinem Werdegang als Ultra-Radsportler veröffentlichen - dann sehe ich, dass ich einige Dinge verändern will.

Oder auch weiterentwickeln will.

Mir ist es irgendwie nicht genug nur einfach das zu tun, was alle anderen auch tun. Gerne möchte ich mich Dingen zuwenden, bei denen ich noch nicht ganz klar im Vorfeld weiß, was denn schlussendlich als Ergebnis dabei herausspringt, oder ob es gar möglich ist.

Also, doch raus in die frische Luft – und dabei sehe ich, wie hartnäckig meine kleinen Krokusse im Garten der knappe Woche mit Schnee und Frost die Stirn bieten konnten.


So klein, so zart, und doch so ausdauernd und hart – sind sie nicht die perfekten Vorbilder?


Freitag, 27. März 2009

XXALPS 2004 -8-



Samstag, den 28.August
Der Schreck fährt durch alle Glieder der “Wachhabenden”. Valentin rauscht vorbei ! Scheiße ! Oberscheiße ! Wir hatten ihn angesichts seines Zustandes vom Galibier eigentlich schon abgeschrieben. Besser wissen hätte vor allem ich das müssen ! Wie oft schon in der vergangenen Woche ist mein Zustand zwischen total platt und Aprilfrisch hin und her geschwankt. Zum Glück wache ich selbst kurz danach auf. Jetzt ist Hektik angesagt.


20 Minuten nach Valentins Passage nehmen wir die Fahrt ebenfalls wieder auf ! Diesen Rückstand muss ich jetzt aufholen, koste es was es wolle. Wie ein Geisteskranker nehme ich den sehr steilen Anstieg zum Col Martin in Angriff. Ich will ihn so schnell wie möglich einholen. Fliegen ist wohl das bessere Wort als fahren für das was sich da jetzt abspielt. Oben, ein paar Serpentinen höher können wir in der stockdunklen Nacht die orangen Blinklichter auf Valentins Pacecar ausmachen - sein Vorsprung schmilzt dramatisch. Das spornt mich an und ich fahre noch schneller - irgendwie werde ich das schon durchhalten. Ein Glück, dass wir jetzt ausgeruht sind nach der Schlafpause von 45 min. Valentin braucht die ja noch !!! Unser Vorteil.
Wir passieren die Österreicher, da der Arme seinem Darm nachgeben muss und ins Gebüsch “gedrängt” wird. Die Chance ! Ohne nachzulassen fahre ich bis zum Kulminationspunkt - und gleich - quasi als Signal für seine Crew, das Wohnmobil steht oben auf dem Martin, sofort weiter ab. Es gibt von uns keine Geschenke !!
Volles Risiko donnere ich bergab und niete um ein Haar auch noch fast einen streunenden Hund um. Ich bin ob der Kälte und der nassgeschwitzten Klamotten in der Abfahrt zum Eisklotz erstarrt und brauche doch fast 2 km Anstieg am Col de Turini um dem Körper wieder die nötige Wärme zu geben.

Nochmals ein kurzer Powernap ( 10 min ) , wir wollen jetzt nichts mehr dem Zufall überlassen - ich darf auf keinen Fall durch Müdigkeit geschwächt sein - dem insgesamt stärkeren Österreicher könnte ich im direkten Zweikampf, den wir vermeiden wollen, nicht das Wasser reichen.
Mein Trumpf, ich muss unter allen Umständen ausgeruhter sein, muss stechen.
Keine Frage, das tut er auch. Nach dem Turini mit seiner nochmals sehr anstrengenden Abfahrt trifft die Eskorte in Gestalt von Andreas Wenzel vor dem Schlussanstieg nach Peine ein. Immerhin nochmals 445 Höhenmeter steile Strasse steht noch auf dem Programm. Andy fährt fast den gesamten Anstieg neben mir und wir plaudern über Alles Mögliche. Oben. Jetzt übernimmt Sepp Moser, der Kameramann die Eskorten Führung und kurz danach, genauer gesagt um 6.13 Uhr treffen wir im ersten Morgenlicht in Monaco ein.



ZZIIEELL !!!!





- Platz vier - ca. 12 Stunden vor uns hat der Liechtensteiner Favorit Andrea Clavadetscher als erster die Ziellinie überquert.


- Ca. 3 Stunden später gefolgt von seinem Landsmann Marcel Knauss.


- Der Walliser Daniel Wyss platzierte sich auf Rang ca. 3 Stunden vor uns.


- Valentin Zeller aus Österreich erreicht ungefähr eine Stunde nach uns das Ziel.
- Oliviereo Simoni aus Italien hat seinen Traum vom Finish nochmals einen Tag später verwirklicht.
- Der Franzose Jean Marc Velec musste unterwegs aufgeben.


Durch die Unterstützung mittels Naturalien, Arbeitsleistung und auch finanziellen Zuwendungen haben die nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge aufgeführte Firmen unseren Start beim XXALPS extreme 2004 erst möglich gemacht :


- ALBGOLD Teigwaren GmbH, Trochtelfingen
- AUTOHAUS RENZ GmbH FORD Vertragshändler, Lenningen-Unterlenningen
- Robert DORN Fahrradtechnik, Mössingen
- Blumen & Früchte KIRCHGEORG, Lenningen-Oberlenningen
- KRAUTS - TRADEMARK, Filderstadt
- MEDICAL HealthCare GmbH, Karlsruhe
- ROECKL Sporthandschuhe GmbH, München
- TUNE GmbH, Britzingen

Durch den Ankauf von Anteilsscheinen ( Namen alphabetisch sortiert ) haben uns ferner finanziell unterstützt und zum Gelingen der Tour beigetragen:


- Herr Andreas EBNER, Schorndorf
- Fam. Dieter EBNER, Schorndorf
- EURA-PLAN Planungsgesellschaft mbH Ginzinger, Weilheim
- Herr Martin GANN, Oberlenningen
- Herr Stephan GEIGER, Ulm
- HERZOG & PFEIFER KG, Herr Herzog, Rohrbach
- JUPITER Systems GmbH, Herr Poessnecker, Wiesbaden
- Frau Ursula KLAUS, Kirchentellinsfurt
- Herr Paul KLAUS, Kirchentellinsfurt
- KN LL Rosa Maria, ?
- KREISSPARKASSE, Herr Kächele, Erkenbrechtsweiler
- KRAUTS -TRADEMARK, Herr Weigand, Filderstadt
- Frau Irmgard LACHENMANN, Bad Urach
- Schreinerei Jörg Friedrich MALL, Herr Mall, Gutenberg
- MEDICAL HealthCare GmbH, Herr Springmann, Karlsruhe
- PRAXIS Schmid / Göring GBR, Herr Dr. Schmid, Herr Dr. Göring, Erkenbrechtsweiler
- PRISMA Papier GmbH, Herr Wittenburg, Herrmansburg
- Fam. Angelika & Volker SCHISCHKE, Meerbusch
- Fam. Siegfried SCHUHMANN, Wolfschlugen




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XXALPS 2004 -7-




Freitag, den 26.August
Verzockt, könnte man sagen. Ich schaff den Anstieg nach Val d’ Isere nicht am Stück. Unterwegs muss ich den andauernden Sekundenschlafanfällen Tribut zollen und anhalten. Mit Himbeersirup das Gehirn “einzuckern” und mit einem knappen Liter Cola nachspülen - eigentlich müssten wir das dann voll schaffen. Jawohl. Da steht auch schon das Wohnmobil !

Rein in die Heia ! Eine Stunde und vierzig. Das ist zwar lang, angesichts dessen was heute noch auf dem Programm steht aber sicher auch nötig. Eiseskälte draußen. Nun gut Val d’ Isere liegt ja auch schon ordentlich hoch. Es ist eine Freude in den Tag hineinzufahren. Der Tretrhythmus ist wieder sehr gut und auch ein kurzer Stop zum Pinkeln bringt ihn nicht durcheinander. Ganz oben gilt es noch ein paar heikle Situationen beim Überqueren der Schmelzwasserstreifen ( sind zu Eis erstarrt - längst sind wir oberhalb der Schneegrenze im Frostbereich ) zu meistern.





Die Aussicht - der blanke Wahnsinn ! Das ganze Tal liegt um kurz vor sechs Uhr morgens noch in der Finsternis, jedoch mit violettem Licht geheimnisvoll illuminiert. Kitschig könnte man sagen, unwirklich würde auch passen - aber eigentlich ist das der Lohn den ich mir durch das doch sehr anstrengende Bergwärtsgestrampel verdient habe.

Schnell noch ein paar Fotos geschossen - mit dem legendären Wegzeiger. Aufgrund der Wettersituation - Glatteis durch Schmelzwasser dürfen wir, wie alle anderen Fahrer auch bis zum Kilometer 4,1 ins Auto. Diese Harakiriabfahrt bis zur Schneegrenze ist uns also zum Glück erspart geblieben. Nur, für mich und das Rad hat es im eh schon bis zum Dach vollgestopften Pacecar keinen Platz mehr.




Wir lösen das wie eigentlich immer alles auf der langen Fahrt zum Mittelmeer sehr praxisnah. Rad mit Nachdruck hinten reingeschoben - Sabine zieht den kopf ein - Wir drei drücken uns vorne rein. Ich ziehe ob einer Temperatur von deutlich unter Null Grad und der über 20 km langen Abfahrt einfach so ziemlich alles Warmes an was zu finden ist. Wir fegen ins Tal.




Unten angekommen brauch ich dann doch noch ein 10 Minuten Schläfchen - und die Lebensgeister sind wieder erwacht. Auto tanken - Rainer derweil vorfahren.So die Taktik auf den nächsten Kilometern. Ganz unten in St. Michel de Maurinienne angekommen halte ich an einem Klohäuschen vor der Auffahrt zum Col de Telegraphe - schon rauscht der rote Wagen vorbei - was soll denn das ? Sie haben mich auf den letzten Drücker noch gesehen und wenden. Der “Spinnenhose” ,einem grausig anzuschauenden Regenhosenmodel zum Dank.( war wahrscheinlich gerade deshalb so preiswert ).



Wahnsinn, frische Croissants, wie ich das liebe ! Gleich deren mehrere wandern in meinen Magen, garniert mit Nutella und Erdnussbutter.
Wie neugeboren fahre ich scheinbar ohne Grenzen den Telegraph hinauf und “versäge” diverse Touristiker. Wo die Kraft nach knapp einer Woche Nonstopfahrt herkommt verschließt sich unserem Verstand und ist gerade deshalb immer wieder ein Phaszinosum. Man muss es eben mal erlebt - und noch besser erfahren haben - wörtlich. Eine Stunde später ist der Col erreicht und wir erfahren dass Valentin nicht mehr als eine halbe Stunde vor mir liegt. Er hat eben jetzt eine Möglichkeit gefunden seine Zeit “wegzuwerfen”. Eigentlich findet jeder in solch einem Rennen sein Plätzchen dafür.


Die Baustelle am Galibier hält eine ganze Schlange von Autos auf. Ca. 10 Fahrzeuge weiter vorne steht auch Valentin - er ist ziemlich angekratzt. Wir tauschen kurz unsere Erfahrungen aus, dann ziehe ich auf und davon. Es ist eine Freude. Auch meinen Namen immer wieder auf die Strasse gemalt zu sehen “törnt” mich richtig an.


Oben angekommen haut es einem fast die Luft weg. Der Blick bei makellos blauem Himmel auf die frisch verschneite Dauphinee ist super. Gerne denkt man da daran zurück, selbst einst auf diesen Eisriesen gestanden zu sein. Nudelsuppe, Cola, Obst, Umziehen - kurz : Volles Programm. Das Wohnmobil schließt auf. Alle sind wir auf diesem großartigen Fleckchen glücklich wieder vereint.




Wir rüsten schon zur Abfahrt als Valentin ziemlich angeknockt oben ankommt. Der ist weg, sagen wir, oder hoffen wir. Jedoch im Extremradsport ist eben so ziemlich alles ein klein wenig anders als der Verstand es einem weismachen will ! Wir werden es noch zu spüren bekommen.


Die Abfahrt nach Briancon hinunter ist ein anerkannt guter Hit. Schön, kurvig, aber nicht eckig, nicht allzu holprig und - noch besser - superschnell. Gerne macht man sich da nochmals ein bisschen kleiner um auch ja das letzte Kilometerchen noch mehr auf den Tacho zu bringen. Flugs geht das Ganze aber vorbei und jetzt auf, rauf zum Izoard. Die Größen Bartali und Coppi schon haben hier Ihre legendären Schlachten bei der Tour de France geschlagen.


Unterwegs passieren wir das nächste Teilziel . 2.000 km liegen jetzt hinter uns !!! Dieser Pass ist die reine Freude ! Schreien könnte ich. Auf der Passhöhe bekomme ich eine Salbung - mit Sonnencreme. Kaum Verkehr. Vor den Abfahrten in Frankreich hatte ich im Vorfeld schon mehr als nur Respekt. Aber, bis jetzt: prima Asphalt, kein Verkehr, der pure Genuss. Auch hier.
Vor der Auffahrt zum Vars genieße ich noch eine Massage der Beine und der Fußsohlen - und gönne mir eine Riesenschüssel frischen Obstsalat. Erst als die Skistation passiert ist offenbart sich die Schönheit der Hochgebirgslandschaft auch an diesem Pass. Doch, der Vars ist eben nur Zwischenstation vor dem Königspass, dem Bonette, dem höchsten Pass der Alpen ( 2802 m ).
In Jaussiers, am Fuße des Bonette wird nochmals ausgiebig gemampft. Dann nehmen wir im Abendlicht den Riesen ins Visier. Endlos geht es nach oben. Immer tiefer sinkt die Sonne und taucht immer mehr der umgebenden Landschaft ins Orange.


Der Wanderlust einiger vieler Schafe müssen auch wir uns beugen und kurz mal anhalten um sie die Strasse passieren zu lassen. Die Strasse ist nicht einfach als Rampe in den Hang hineingekleistert sondern schmiegt sich mit ihren kleine Kurven,. Rampen und Schleifen perfekt in die Landschaft ein. So stellt man sich im Traum eine Passtrasse vor. Besser geht es nicht.



Die Sonne ist jetzt auch untergegangen. Im letzten fahlen Licht erreichen wir die Gipfeltraverse - und stehen ganz oben und sehen auf all die vielen Hügel, all die vielen Dörfchen, all die vielen Menschen in den Tälern, welche wir aber nicht sehen , sondern nur erahnen, herab. Der Erden-Realität entrückt, könnte man dieses Gefühl auch nennen.







Welch ein Abschluss dieses Tages: Im ersten Tageslicht auf dem zweithöchsten Pass, dem Iseran, im letzten Licht auf dem höchsten Pass, dem Bonette. Dazwischen noch eben mal geschwind den Telegraph, den Galibier, den Izoard und den Vers “vernascht“. Sprachlos, ja, das sind wir jetzt. Und glücklich. Aber am Ziel noch nicht.
Über viele, viele Kilometer geht es jetzt bergab.
Es ist klar ob der Tatsache, dass wir noch 2 Tausendmeteranstige zu meistern haben, dass das bis ins Ziel nach Roquebrune nicht ohne eine weitere kurze Schlafpause abgeht. Da ist ja auch noch die Frage offen: Wo ist Valentin ? Von der letztjährigen Veranstaltung glauben wir gelernt zu haben - Ausgeruht ist man leistungsfähiger. Wir setzen die Schlafpause jetzt am Fuße des Bonette.

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XXALPS 2004 -6-

Donnerstag, den 26. August
Eine Stunde Schlaf - zu wenig. Der heranpeitschende Regen klatscht mir ins Gesicht und lässt mich aufwachen. Wir verlegen unseren Schlafplatz um 2 Meter nach hinten und erst als das Wohnmobil herandieselt wache ich nach weiteren 45 min erneut auf. Scheiße. Es gießt weiterhin in Strömen und 2 mal hintereinander wurde die Schlafpause durch äußere Einflüsse unterbrochen. Mal sehen wie sich das auswirkt. Lustlosigkeit ist ein harmloses Wort dafür, welche Gefühle gerade in mir die Oberhand haben.


Die gesamte Crew ist jetzt versammelt und mit Geschäftigkeit die Situation zu beschreiben mich so wasserdicht und komfortabel zu verpacken wäre wohl reichlich untertrieben. So fahre ich denn mit allerlei Reflexmaterial um den Leib und die Extremitäten gewickelt in die kalte, regnerische und stürmische Nacht hinein dem Saanemöser entgegen. Die Abfahrten sind in dem herunterprasselnden Regen auch eine ziemlich riskante Angelegenheit. Die Felgen können bei dem geradezu auf der Strasse stehenden Wasser nicht mehr trocken gebremst werden. Ein Glück, dass Robert mir super Bremsbeläge eingebaut hat. Das Rad ist ganz gut noch zu beherrschen !! Ein klein wenig Hoffnung in der trostlosen Situation. Momentan, bei der Auffahrt zum Col du Pillon hat man das Gefühl durch eine gigantische Dusche zu fahren. Es schüttet derart, dass man sogar durch die Brille brauchbar durchsieht - die sich ansammelnden Tropfen haben nicht den Hauch einer Chance gegen die immer neuen Artgenossen, welche den bereits sich auf dem Glas Befindlichen den Platz streitig machen und zusammen herunterfließen. Oben angekommen bin ich klatschnaß. Selbst die Goretex Handschuhe können nicht dicht gehalten haben, eher wahrscheinlich ist jedoch die Tatsache, dass wir nach meiner Pinkelpause, bei der wir die geradezu kunstvoll abgeklebten Übergänge von der Regenjacke zu den Bündchen der Handschuhe nicht mehr ganz dicht gekriegt haben - war ja alles nass !

Die Folgen der zweimaligen Weckaktion in Zweisimmen sind immer präsenter geworden in den letzten Minuten. Koordinationsproblem zwischen den normal instinktiv ablaufenden Reaktionen - Steuern treten, atmen zwingen das Zweirad auf einen wilden Zick Zack Kurs. Eine “ gewaltvoll” abgerochene Schlafpause verliert ob ihrer schieren Kürze den sogenannten “lohnenden Wert”. Oder anders ausgedrückt. Die Pause in Zweisimmen war wertlos. Welch eine Katastrophe. Da haben wir gut und gerne 2 bis 3 Stunden in den Sand, oder besser den Regen gesetzt. ...Während die Konkurrenten scheinbar unbeeindruckt durch die Fluten pflügen und unser Rückstand wächst... Die Realität sieht jedoch auch weiter vorne im Feld ein klein wenig anders aus - außer dem in Führung liegenden Clavi müssen in der Folge noch alle anderen dieser Horrornacht im eiskalten Regen Ihren Zeit-Tribut zollen.

Mittlerweile verlassen mich die letzten Kräfte komplett, physisch - ich bekomm die Kurbel kaum noch rum - der Col de la Croix ist ja nicht besonders steil, und auch psychisch - einen Sinn scheint mir die Fahrerei gerade eben nicht mehr viel zu haben. Peng ! Jetzt ist es passiert. In einer Phase von Sekundenschlaf, welche wohl aber etwas länger als nur ein paar Zehntelsekunden war - eher wohl wirklich eine oder mehrerere Sekunden lang, verliere ich im Stillstand die Balance und kippe um. Auf dem Boden wache ich auf. Keine Frage, jetzt ist aber eine Schlafpause nötig. Ein Glück dass das Wohnmobil jetzt da ist. Raus aus den nassen Sachen und rein ins Bett. Eine lohnende Schlafpause tut not. Sie wird mir auch beschert ! Knapp eineinhalb Stunden später erwache ich. Zwar ein bisschen zermatscht, dennoch wieder sich meiner Aufgabe bewusst esse ich allerlei Nutella und Erdnussbutter und auch sonstige Leckereien zum Frühstück. Die Appelle meiner Crew doch irgendwie weiterzufahren - sie sind nutzlos. Ich will ja selbst wieder ! Vergangene Nacht haben mich diese Appelle nicht so richtig erreicht - erkannte ich ja auch ihren Nutzen nicht so recht - wir waren ja weitgehend in Bewegung, nur eben ohne den rechten Drive - der wurde von der totalen, lokalen Müdigkeit der Wahrnehmung entzogen.

Total wasserdicht verpacke meistere ich die letzten 10 min des Anstieges zum Col de la Croix problemlos und rhythmisch. Das Rennen hat mich wieder. Ohne anzuhalten brausen wir gleich wieder bergab. Hinten im Pacecar geht noch ein bisschen die Furcht um. In meinem gestrigen Zustand, psychisch, wäre die Abfahrt eine viel zu riskante Angelegenheit geworden. In schönen weiten Schwüngen pflüge ich durch das oftmals zentimeterhoch stehende Regenwasser rhythmisch nach unten ins Rhonetal. Das zügige und kontrolliert schnell ausgeführte Abfahrt macht echt Laune - vorne bei mir auf dem Rad und auch im Pacecar kommt wieder so etwas wie Freude auf. Im Tal angelangt hört es sogar auf zu regnen. In Bex legen wir einen Tankstopp ein - Sabine massiert meine Schultergegend - total verspannt nach dem anstrengenden und stetig bremsbereiten Fahren der letzten Stunde.

Ohne die Regenhose geht es mit jetzt ordentlich Speed bei etwas Rückenwind Martigny entgegen. Der Wettergott hat jedoch noch immer eine “Strafe” für uns in petto und duscht uns. Die Latschen ( Radschuhe ) sind halt jetzt auch wieder nass - das Wasser ist von oben in die Überschuhe hineingelaufen. Der sich bildende, in allen Spektralfarben schillernde Regenbogen, ein großes 46 Grad Exemplar, entschädigt die Sinne und nimmt der unangenehmen Nässe der Kleider auf der Haut viel von ihrem Schrecken.
Ein Mopedfahrer kommt gerade recht. Ich hole in ein und lasse ihm keine Chance. Das hat gerade gepasst um mir den nötigen positiven Kick zu geben vor der Auffahrt auf den Col de la Forclaz.

Unter ständiger Anfeuerung durch Sabine, Tina und Hubertus fahre ich sehr schnell hinauf. Das Drama von letzter Nacht ist total vergessen. Auch der Col de Montets ist nicht der Berg, welcher unseren Vorwärtsdrang auch nur im Geringsten bremsen könnte. Oben , wir sind ja jetzt in Frankreich gibt es frische Croissants. Noch dazu werde ich durch ein paar Sonnenstrahlen, welche sich durch die Wolken bohren zusätzlich belohnt.


Freude ist gelinde gesagt eine Untertreibung für das was ich jetzt empfinde. Auch der wieder einsetzende Regen hat da keinen Einfluss drauf. Gerne erinnere ich mich an die Stunden zurück welche wir vor vielen Jahren dort oben am Col de Montets über Argentiere beim Bouldern an den herrlichen Granitblöcken verbracht haben. Auch hat man da einen unglaublichen Blick auf den Monarchen ( den Mont Blanc, Zentraleuropas höchstem Berg ) und seine Nadeln, genannt die Aiguielles. Da muss ja jeden Bergsteigers Herz ein paar Takte schneller schlagen. Gleichwohl momentan von der Berglerpracht schon auch gleich rein gar nichts zu sehen ist, hängen doch die tief schwarzen Wolken fast auf dem Talboden unten herum.
Der Verkehr rund um Chamonix ist mal wieder “touristisch”. Es nervt zwar saumäßig doch , denkt man mal scharf nach, so ist doch die Fahrt auf dem Standstreifen der mehrspurigen Schnellstraße hinab oder eigentlich fast treffender hinum nach Cluses gar nicht sooo.. übel. Das Pacecar schütz von hinten und es gibt ja genügend Platz. Unter einer Radleridylle versteht man obschon was Anderes.





Die genießen wir dann aber auch gleich “Kübelweise” bei der Auffahrt durch die wunderschönen an das Allgäu, oder eher noch an die Vogesen erinnernden Almmatten zum Col de la Colombiere. Als ob wir das vorher versäumte, oder besser vermisste nachholen müssten. Landschaftlich ein Volltreffer. Hier fällt es dann nicht schwer verborgene Kräfte zu mobilisieren.
Das uns beim Klettern begleitende Getröpfel hört bei der Abfahrt auf. Klasse !


Col de Aravais und nach dem Crewwechsel im Tal der Col de Saisies sind nette, teils auch stramme Hügel, die sich in der Euphorie der wiedergewonnenen Energie und Kraft zu keinen Hindernissen auswachsen. Wir fahren halt darüber und freuen uns nur jetzt und heute hier zu sein. Im Tal legt sich die Nacht erneut über die Alpen, die fünfte nun. Auch in dieser wird das “Bett kalt bleiben”. Auch diesmal werden wir nur ein eher kurzes Nickerchen halten dürfen. Haben wir doch am Vortag massig Zeit vergeigt. Die Rückstände zu den vor mir liegenden Clavadetscher, Knauss, Wyss und Zeller zeigen jedoch - sie nehmen ab - dass alle Fahrer hier nur mit Wasser kochen. Früher oder später kippt eben bei solch einer extremen Wettersituation jeder “aus den Latschen”.


Der Cormet de Roselend, wir bezeichnen ihn nur kurz als Ross Elend, ist ein von der Tour de France bekannter, berüchtigter Brocken, welcher als Betthupferl dienen soll. Ein Riesen Hupferl aber ..Eine Schlafpause wollen wir nicht vor Bourg St. Maurice machen. Ich muss unbedingt einigermaßen frisch an den Iseran herangehen. Die Pause ist nach einer Horrorabfahrt vom “Ross Elend” auch bitter nötig. Es ist aber nur ein Power Nap. Nach 10 Minuten fühle ich mich einigermaßen frisch, so dass wir zum Sturm auf den zweithöchsten Pass der Alpen blasen. Idealerweise wollen wir ,aufgrund der Tatsache, dass es mir einigernassen gut geht, die eigentlichen Schlafpause von ca. 1,5 Stunden erst in Val d’ Isere machen - damit könnten wir den Aufstieg halbieren - es sind ja über 2.000 Höhenmeter am Stück.

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XXALPS 2004 -5-




Mittwoch, den 25.August

Kein Wunder, dass die Abfahrt zweimal abgebrochen werden muss. Einmal um mich kurz zu orientieren, das zweite Mal weil ich versucht habe meine Handschuhe, unten ist es schön warm geworden, durch das geschossene Fenster ins Auto zu werfen. Sie tropften ab und landeten auf der Strasse - Wenden, Zeitverlust. Das Ganze zeigt anschaulich, dass dringend eine Schlafpause nötig wird - auch weil die ganze Straßenbreite für das Zeichnen von Schlangenlinie ausgenutzt wird. Es geht nicht anders. Das Wohnmobil muss die paar km von Biasca uns entgegenfahren. Ich schaff das nicht mehr.
Hinlegen, und weg. Für knapp über ne Stunde Schlaf. Der muss aber tief sein. Anscheinend rasten wir genau neben der Bahnlinie. Im Minutentakt donnern die Züge vorbei. Gut, dann arbeiten wenigstens die Crewmitglieder ! Denn, als ich weiter will ist Alles vorbereitet. Jetzt geht es also rauf auf den Lukmanier.

Das Wetter zeigt sich beim Tagesanbruch wieder von der besten Seite. In der klaren Höhenluft wird es jedoch bei der Auffahrt immer kälter. Gegen meine anhaltende Müdigkeit - ständig falle ich in Sekundenschlaf - hilft aber nur der resolute Einsatz der Hupe. Irgendwie wird dieser Übergang eher zur Last denn zur Lust. Außerdem pfeift uns ein eiskalter Wind um die Ohren, welcher die positive Wahrnehmung dieses Fleckchens Erde auch nicht gerade steigern kann. Oben angekommen registrieren wir lumpige 3 Grad Celsius.

Valentin scheint besser aufgestellt. Er passiert uns auf der Passhöhe. Auf der rumpeligen Abfahrt schließen wir wieder auf und fahren für eine Weile auf dem Weg zum Oberalppass gemeinsam.


Er ist schneller und eilt davon. Auf der angenehm zu erklimmenden Oberalppasshöhe haben wir den Österreicher aber wieder.


Insgesamt scheint die Schweiz ein Einsehen mit uns Radlern zu haben. Die Abfahrten in der Schweiz sind durchweg flüssiger und angenehmer zu bewältigen als die wahnsinnssteilen und rumpeligen Talfahrten im Österreichischen und Italienischen Sektor der Strecke.
Schnell sind wir in Andermatt und nehmen sodann den Gotthard in Angriff. Die neue Trassenführung ist zwar angenehm - ein Blick auf die alte Tremola zeigt jedoch anschaulich die Bedeutung des Wortes Strassenbaukunst. Großartig, wie die Ingenieure und die Arbeiter damals diesen wichtigen Handelsweg in die Landschaft eingepasst haben !


Hinab nach Airolo ! Hier gibt es richtig Speed. Zusammenfalten zu einem Stromlinienkörper und “sauen” lassen. Unter wartet dann die Wohnmobilcrew. Ich wird ne Kurzdusche nehmen müssen. Es zeigt sich ein kleiner Ausschlag an den Innenseiten der Oberschenkel - vermutlich von Salz, Schweiß, Dreck.


Beim Blick aus dem Fenster bekannte Gesichter. Welche Überraschung. Frau Renz hat Ihre Aussage wahr gemacht, hat Ihre Tochter und den Sohn ins Auto gepackt und ist jetzt in Airolo auf uns getroffen. Wir sind mächtig stolz auf diese Aufwartung !!! Das ist wie die berühmte “Extra Portion Milch” für meine Psyche.
Eigentlich kein Wunder, dass dabei auch der für Radfahrer furchtbare , jedoch bei Landschaftsgenießer im Auto hochgeschätzte Nufenenpass seinen ärgsten Schrecken einbüsst. Oben angekommen muss eine Dose Ölsardinen dran glauben. Nicht alle Crewmitglieder können dieses Verlangen nachvollziehen. Um keine großen Diskussionen aufkommen zu lassen verschlinge ich diese “Meeresfrüchte” Ratz Fatz.


Der Blick ins Berner Oberland und ins Wallis ist phänomenal. Es ist auch gar nicht mal so grausig kalt jetzt.
In rasender Fahrt rauschen wir ins Obergoms. Hier trennen wir uns von Familie Renz, welche auf direktem Wege das Ziel in Monaco ansteuern, wahrend wir uns am späten Nachmittag erst mal den Grimsel “reinziehen”. Nun, wir haben versprochen uns in Monaco wiederzusehen - mit aufgeben ist jetzt wohl nicht mehr !!



Gleichmäßig erstrampeln wir uns die breit ausgebauten Rampen und werden dabei von allerlei Objektiven abgelichtet.
Oben im Restaurant muss erst mal der Darm entleert werden bevor wir samt Rad auf glattem Asphalt nach Innertkirchen “schwingen”.



Den herrlichen Duft frisch geschlagener noch sonnenwarmer Nadelholzstämme in der Nase, schlafe ich mal eben kurz für 10 Minuten und knöpfe dann Wolfgang das für Reinhard gekaufte Eis ab.
Auch Franz meldet sich bei uns und wünscht gute Fahrt auch weiterhin.


Am Brienzersee braut sich ein gar garstiges Wetter zusammen und nicht viel später beginnt es in den letzten Momenten mit Tageslicht doch noch zu regnen. Dem Wunsch und der Hoffnung das Wetter möge ins Gebirge hinein ziehen wird uns jedoch nicht stattgegeben. Das Wetter macht auf dem Fuß kehrt und erwischt uns auch dem Weg nach Zweisimmen erneut . Und diesmal aber richtig. Es prasselt geradezu herab. Es macht keinen Sinn so weiterzufahren. Unter einem Tankstellendach finden wir einigermaßen Schutz vor den vom Himmel fallenden Wassermassen. Schlafpause. Nicht zuletzt auch deshalb, weil ich überhaupt keinen Rhythmus mehr finden kann und von flüssigem Treten absolut keine Rede mehr sein kann. Auch werden die Schmerzen beim Sitzen und noch schlimmer an den Fußsohlen immer verhehrender. Ohne ein paar Ibuprofen Tabletten geht es jetzt nicht mehr. Diese Abhängigkeit beeinflusst meine psychische Abwehrkraft auch noch zusätzlich negativ, das weiß ich von anderen vergleichbaren Situationen beim RAAM. Ich muss mich mit der neuen Situation erst arrangieren. Da kommt die Pause gerade recht.



In dem Katastrophenwetter merken wir, dass wir ausrüstungstechnisch, was das Pacecar anlangt nicht gerade ideal aufgestellt sind. Wir haben keine Schlafmöglichkeit im Auto. Und noch schlimmer, keine Stehhöhe. So ist umziehen bei Dauerschiff immer eine Weltuntergangssituation. Die gehörig der Crew und mir an den Nerven nagt. Reinhard ruft das Wohnmobil an.
Arme Schweine, dürfen jetzt von Martigny, kaum hatten sie sich für ein paar Minuten hingelegt uns entgegenfahren. Aber bei diesem Schlechten Wetter brauchen wir das Wohnmobil als Basislager.


Eigentlich hatten wir vor das Wohnmobil so wenig wie möglich auf der eigentlichen Route mitzuführen um der nicht “diensthabenden” Schicht eine bessere Erholung zu ermöglichen. Aber jetzt ist eben Alarm.

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XXALPS 2004 -4-

Dienstag, den 24.August
Barbara musste mich wecken, so hat diese “Minischlafpause” Ihren Wert nicht geltend machen können. Wir brauchen leider doch eine richtige Pause. Die erste richtige, nach 36 Stunden. Prad kann ich unter keinen Umständen mehr erreichen. In Schlangenlinien zuckele ich dahin. In Marling bereiten wir der Qual ein Ende - die Isomatte auf einem Parkplatz ausgelegt und dann “Schäfchen gezählt”. Nach 55 min wache ich von selbst wieder auf. Rauf aufs Rad - und - es ist immer wieder erstaunlich - es geht voran als wäre ich niemals müde gewesen.
Einmal noch einen kurzen “Ausflug” zur Darmerleichterung in einen der Strasse nahen Weinberge, ansonsten erreichen wir ohne Probleme unser Wohnmobil. Leider hat es angefangen zu regnen.

Crewwechsel. Das hält uns nicht lange auf und wir erklimmen in der Folge bei wieder nachlassendem Regen, dafür aber gespenstisch ziehenden Nebelschwaden die Grandiose Bergwelt des Ortlers und seiner Trabanten. Zwar gut bei Kräften, so ist doch nicht wenig Kampf bei den miesen Bedingungen zum Erklimmen des Joches angesagt.


Es ist oben wieder arschkalt. Uns bleibt nichts anderes übrig “volles Programm “ zu gehen - Warm Essen ( Nudelsuppe ), polarmäßig verpacken.


Das Wetter hält Ausflügler ab, so ist die Abfahrt ob der unbeleuchteten Tunnels ganz vernünftig zu fahren.



In Bormio dann der nächste Brocken, der Gavia. Ich bin gespannt. Auf dem Weg nach und kurz nach St. Caterina habe ich aufgrund übermäßiger Müdigkeit mit allen möglichen Dingen zu kämpfen - kann dieses Tief aber ob der Eindrücke der großartigen Naturlandschaft zum Glück schnell wieder verlassen. Und strebe im einsetzenden Starkregen unaufhaltsam der Passhöhe zu.


Es gießt mittlerweile wie aus Kübeln; so dass der Job von Hubertus, meine Reifen nachzupumpen und die Kette zu ölen auch nicht gerade ein Quell der puren Lust ist.
Über die Regenklamotten kommt noch die Neonfarbene Windjacke drüber. Irgendwie soll man mich im inzwischen extrem dichten Nebel ja erkennen. Sichtweite unter 20 m !!!! Tendenz fallend !!



Es ist der blanke Wahnsinn da jetzt runterzufahren. Im Schneckentempo kriechen wir mit höchster Konzentration- stur zu Tal. Keine Chance die Löcher in der holprigen Strasse zu sehen. Man wird Ihrer erst gewiss, wenn man unsanft durchgeschüttelt wird. Krampfhaft umklammere ich den Lenker auf dass er nicht meinen Händen entrissen werde. Die unbeleuchteten Tunnels sonst die pure Apokalypse für den zu Tale surfenden Rennradfreak, sind die reinste Wohltat. Man sieht im Scheinwerferlicht des Pacecars wenigstens wo es hingeht.
Der teils vorhandene Verkehr stoppt jedoch auf der sehr schmalen Strasse, nur einspurig mit Ausweichen, den Vorwärtsdrang der Automobilisten in unserer 4- samkeit. Ich fahre voraus. Werde jedoch bald wieder eingeholt, auch ein Tankstop in Ponte di Legno hält die Crew nicht wesentlich auf. Bei nächster Gelegenheit halten wir an um uns der Regenkleider zu entledigen - es ist hier im Tal zu warm dazu - außerdem hat es jetzt aufgehört. Als Entschädigung für den Abfahrtshorror bekomme ich ein Eis.


Der Aprica ist kein wesentliches Hindernis, aufkommende Müdigkeit und eine sich zaghaft durch die Wolken brennende Sonne erscheinen einen Mittagsschlaf als angebracht erscheinen zu lassen.!0 min Schlafen, Socken wechseln, Zähnputzen - Alles wieder im grünen Bereich. Ab Edolo schifft es wieder.



Ein Glück an dieser Strelle, ist doch der Bernina von Süden her bei Wolken und kühlem wetter auch trotz einer “Naturdusche” bedeutend angenehmer zu fahren als in brütender Sommer- Mittagshitze. Oben am sich endlos ziehenden Pass erreichen wir das erste signifikante Zwischenziel : die 1.000 km Marke - 50 h und 30 min haben wir hierfür gebraucht - in Anbetracht der Topographie gar nicht so schlecht.


Die Abfahrt ins Oberengadin ist mal Eine von der angenehmen Sorte. Schnell, flüssig, guter Asphalt. In St. Moritz treffen wir die Wechselcrew. Sie haben Ihre Sonderaufgabe gut gelöst. Zeitgenau warme, frische Pommes Frittes - und das in St. Moritz. Nun, Kaviar wäre wahrscheinlich einfacher gewesen, nur ist das wohl jetzt nicht das Richtige für meinen Magen.
Unwirkliche Abendstimmungen versüßen die Überfahrt über den Julier, die grandiose Abfahrt nach Thusis tut ihr Übriges dazu die Stimmung weit im grünen Bereich zu halten - Auch der übereifrige Schweizer Gendarm, welcher meinte er müsse unbedingt für einen Stop sorgen und uns belehren wie man sich den auf Schweizer Strassen so verhält und was sein kann und was sein darf, konnte daran nicht rütteln. Hier halfen auch die gute Diskussionsfähigkeit von Wolfgang und Reinhard, währenddessen Barbara und ich mit Kleiderwechsel, Essen und Beleuchtungs -Montage die Zeit überbrückten. Jetzt brach bereits die dritte Nacht herein.


Wir fahren die Via Mala hoch. Irgendwann passiert es dann - was nicht sein soll, dennoch aber bei mir leider immer wieder vorkommt. Nasenbluten. Das ist dann meist auch gleich von der eher schlimmen Sorte. Das rote Lebenselixier schießt gerade zu aus den Nasenlöchern. Jetzt auch gleich Stereo - aus beiden gleichzeitig. Ich lasse es einfach laufen. Tropf, tropf, tropf,... Das Rad , die Hose, Schuhe, Socken, Alles wird gnadenlos eingesaut. Nach ca. einer halben Stunde lässt es ein wenig nach. Wir halten an. Wolfgang und Barbara versuchen das Equipement einigermaßen wieder abzuwaschen, während ich am Straßenrand ein “Blutbad” anrichte. Ich lasse es einfach auf die Strasse laufen.



Muss ja am nächsten Morgen bei Tag im angetrockneten Zustand wohl wie das Überbleibsel einer Wilderei aussehen. Zum Glück ist die Auffahrt über Splügen nach Hinterrhein und dann weiter auf den St. Bernhardino eher moderat. Es rollt. Aber es zieht sich. Die Bluterei hat Nerven gekostet - und Konzentrationsfähigkeit.


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XXALPS 2004 -3-

Montag, den 23.August
Mit ein bisschen Umziehen, Essen, radeln etc. geht die Zeit auch vorbei und wir “schlendern” an Obsteig vorbei nach Kematen, wo wieder ein Crewwechsel ansteht. Während wir das Wohnmobil jetzt erst wieder irgendwo in Südtirol treffen steht uns einer der härtesten Brocken in der ersten Nacht bevor - das Kühtai.

Kein schöner Pass. Gar nicht schlecht, dass man in der Nacht nichts sieht. Jedoch ist es dafür oben grässlich kalt und die rasende Abfahrt hinunter nach Ötz als angenehm zu bezeichnen wäre nun wirklich glatt gelogen. Das Kühtai hat ganz schön reingezogen, trotz kleiner Übersetzung - die steilsten Rampen habe ich um noch flüssig treten zu können mit dem 26 er ( bei 34 er Blatt ) plattgemacht - habe ich viel Substanz verloren. Während der Auffahrt durch das Ötztal muss ich ständig mit Sekundenschlaf kämpfen. Besser wird das erst als es voll richtig hell wird und der Anstieg zum Timmeljoch richtig beginnt.
So früh am Morgen ist an diesen Ausflugspässen nur Baustellenverkehr zu verzeichnen und wir durchmessen Kehre um Kehre .An der Mautstation vorbei und hinunter zum “Windigen Eck”.

Der Name dieser Stelle ist Gesetz. Es faucht uns ein eiskalter Fallwind entgegen, welcher gleich zum Schalten nötigt. Es ist ein einziger Kampf da hoch. Ganz oben passiere ich 2 Tourenradler, welche polarmässig eingepackt sind - zurecht. Oben fahren wir gleich ein paar Meter ab, um eine windgeschützte Stelle zu finden. Umziehen, Essen und trinken - Immer das gleiche Programm auf den Anhöhen. Die grandiose Aussicht von meinem geschützten Plätzchen in der klaren, kalten Morgenluft entschädigt für die Anstrengung. Längst ist alle Müdigkeit verflogen. Wir haben sie im Ötztal zurückgelassen.
Die rasende Abfahrt auf der Timmelsjoch Süd Seite wird von Schafen und Ziegen einmal jäh gestoppt.
 

Rollenderweise erklimmen wir den sehr angenehmen Jaufenpass, welcher sich auch Bergab mehr zur Lust, denn zur Last entwickelt. Im Tal ist bei steigender Temperatur jedoch erst mal ein Teilstrip sowie ein Gang auf den “Topf” angesagt. Jetzt geht es leichter, jedoch spüre ich mein Körpergewicht unangenehm - auf dem Sattel. Die eigene Aufpolsterung des SLR reicht also wohl doch nicht. Beim nächsten größeren Halt muss der AirSeat drauf, beschließe ich. Nur so kann Schlimmeres verhindert werden - wenn es nicht schon zu spät ist - leichte offene Scheuerstellen sind jetzt nach fast 26 Stunden im Sattel zu erkennen. Auch Eis für die Füße, die Fußsohlen muss sein. Der Dauerdruck beim Bergauffahren hat wieder für Blasen unter den Fußballen gesorgt. Oh, je. Vom RAAM her weiß ich was mir da in den nächsten Tagen noch blühen wird. Es ist als ob man bei jeder Pedalumdrehung auf einen Igel tritt.
Das Pacecar mal wieder getankt, der “Kasten” entwickelt ja auch beim Kriechen hinter dem Radfahrer einen gesunden Durst, haben wir zwischenzeitlich auch - Hier haben wir uns dann getrennt. Allerdings bin ich Gottfroh das Pacecar wieder hinter mir zu haben. Es beherbergt ja nicht nur allerlei nützliche Dinge, nette Menschen, gutes und weniger gutes Essen, nein, in erster Linie schützt es mich auch vor dem oft starken, oder wollen wir lieber ehrlich sein und gleich sagen - rücksichtslosem Verkehr.

Ab Wolkenstein mit gekühltem Fahrgestell, neuem Sattel, neuer Crew, jetzt muss es ja ab gehen. Und das tut es auch. Bei dichtestem Verkehr verlieren wir uns bei den Anstiegen der Sellarunde immer wieder aus den Augen, besonders aber bei den Abfahrten, wo das Auto in dichtem Verkehr nicht die entfernteste Chance hat zu folgen. Sella, Pordoi, Campolongo, erst danach gönnen wir uns ne kleine Auszeit - es gibt Käsebrote !
Der Valparole ist für mich ein ganz harter Brocken, entweder ist der so steil oder ich so schwach. Das ist schwer zu ermitteln. Wir müssen jedoch richtig fighten. Dafür gibt es bei sinkender Sonne “glühende” Berge in unwirkliches Licht getaucht. Ganz wie im Heimatfilm.


Trotzdem muss ich aufs Klo und die Ladies mit Ihrer Wirtschaft lassen uns nicht !! Ab in die Büsche ist nicht - Hier geht es ja zu wie auf dem Jahrmarkt. Also ab ins Tal. Vorher noch ne Katzenwäsche - Den Schweiß aus dem Gesicht gewischt und das Gehirn mit Himbeersirup “eingezuckert”, um nicht einzuschlafen.
Unten dann in einer Pizzeria die ersehnte Erleichterung.


So ist es dann eigentlich nicht verwunderlich, dass ich den nächsten Pass, den Fedaja “hinaufblase”.
Die Rampe am Fedaja ist schon der Hammer, ich kann mich froh schätzen gerade rechtzeitig wieder in einer Hochphase zu sein. In meinem Valparole-Zustand... Besser nicht dran denken. Zum zweiten Mal senkt sich die Nacht auf uns herab. Mit dem Letzten Licht erreichen wir die Passhöhe - Auch hier habe ich in der Wiesenrampe wieder den 26 er Ring benötigt. Oben wartet Andy Wenzel auf uns und schaut uns zu, wie wir den von mir gewünschten Pullover nicht finden. Der wird wohl in der Wäsche sein. Hier müssen wir uns noch kommunikationstechnisch verbessern. - Später haben wir dann nichts mehr gewaschen, und auch Alles gleich gefunden - Aber jetzt geht es erst mal sehr steil bei vielen nach außen hängenden Kurven hinunter nach Canazei. Dort herrscht regelrechte Jahrmarktstimmung, oder wie sich Wolfgang ausdrückt, hier steppt der Bär.


Die Uhr rückt auf Mitternacht zu und wir überfahren den Karerpass. Auf der Abfahrt muss ich mit Sekundenschlafanfällen kämpfen. Wir müssen kurz mal mit eiskaltem Cola nachlegen. Bozen. Der Wahnsinn. Zum Glück ist es mitten in der Nacht, es fällt also gerade nicht so arg auf, dass wir wahrlich kreuz und quer durch die Stadt fahren - das Roadbook stimmt hier nicht ganz - Solche Baustellen verändern sich halt auch fast täglich ! Endlich aus Bozen heraus fällt es mir immer schwerer noch radzufahren. Wir beschließen eine kurze Pause mit einem Powernap einzulegen. Das Wohnmobil wurde nach Prad , am Fuße des Stilfserjoches dirigiert und wartet dort auf uns für eine Schlafpause. Nach etwas mehr als 5 min Schlaf soll es weiter gehen.



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XXALPS 2004 -2- / Start

Sonntag, den 22.August
Der Morgen ist, wie er strahlender nicht sein kann. Ein gutes Omen ! Das Frühstück schmeckt, die Vorbereitungen sind auf dem Laufenden, d.h. auch die letzten Handgriffe wie das Montieren der Zusatzbeleuchtung sind schnell erledigt; jetzt gilt es die Nervosität vor dem Start im Zaum zu halten. Bisher ist uns ja bei all den noch zu erledigenden Dingen dazu gar keine Zeit geblieben sich darüber Gedanken zu machen.

Nein, nicht nur Nervosität, zumindest bei mir. Ich müsste lügen, würde ich behaupten wollen, ich hätte nicht Angst vor dem, was da in den kommenden Tagen noch Alles sich ereignen könnte. Die Pein des mangelnden Schlafes, der womöglich schmerzenden Füße und Hände, des Rückens, oder was Alles nach tagelangem Fahren sonst noch so alles Unbehagen bereiten könnte - Die Erfahrung vieler Langstreckenrennen ist da ganz gegenwärtig.
Ja, es ist zeitweilig nicht nur Respekt, welcher immer gut ist, da er Leichtsinn verhindert und die Konzentration aufs Wesentliche lenkt, es ist zum Teil schon richtige Angst. Jetzt liegt es an mir diese dort in meinem Innersten vorrübergehend abzulegen, dass ich sie nicht mehr finde, und sie mich in meinen Bewegungen lähmen könnte.

Zwischenzeitlich sind wir wieder auf dem Parkplatz vor dem Ballenlager in Vaduz eingetroffen und warten mit all den anderen Fahrern und Betreuern darauf, dass es endlich losgeht. Überall noch schnell ein kleines Schwätzchen gemacht, man kennt sich ja größtenteils von anderen großen Rennen, bevor es dann zuerst für die Begleitfahrzeuge losgeht. Die Pacecars fahren vorweg schon mal bis ins Laternser Tal, wo wir dann wieder zusammentreffen. Die Fahrer fahren zuerst zum Schloß, wo der Erbprinz dann das Rennen startet, bevor nach einer “Tour d’Honeur” durch Vaduz der Start unter Neutralisation auf dem Marktplatz endgültig erfolgt....

Jetzt rollte der Tross von 7 XXALPS Teilnehmern in Begleitung einer Touristikfahrt durch das Rheintal von Vaduz in Richtung Rankweil, wo mit dem harschen Furkajoch gleich ein ganz dicker, wenn auch unscheinbar wirkender Brocken als erster Pass auf die Radler wartet.

Der erste von insgesamt 46 Alpenpässen, welche fast Alle locker in die erste oder gar die Ehrenkategorie der Tour de France passen würden. Zusammen stellen sie ca. 58.000 Höhenmeter den Radfahrern und deren Teams auf der Strecke an die Cote d’Azur auf 2.272 km verteilt in den Weg.


Das Tempo ist gleich hoch, jedoch nicht unangenehm. Ab Innerlaterns dürfen dann die Begleitfahrzeuge wieder mitfahren. Der sonntagnachmittagliche Ausflugsverkehr lässt auf der schmalen Strasse gleich Verstopfungen aufkommen. Konzentriert fahren alle nach oben. Der Rückstand untereinander ist natürlich ob der Leistungsdichte der Fahrer sehr gering. Alle, bis auf Jean Marc Velec innerhalb ein paar Minuten.
Den Luxus mir eine Jacke für die kurze Abfahrt überzuziehen leiste ich mir dennoch. Ist ja auch nicht mal ne Minute. In Damüls rasch wieder ausgezogen und durch die Lawinengalerie hoch zum Faschinajoch. Oben gibt es einen Rigolino und wieder die “Nudeljacke”.
In der Abfahrt fährt Clavi zu mir auf und vorbei. Clavi fährt wie immer sehr schnell ab, zu schnell für mich “Flachlandtiroler”. An einer Baustelle müssen wir bei rot kurz anhalten. Wir nutzen das Rot zum Pinkeln - es darf eben keine Zeit verschenkt werden.
Sowohl bei unserem Pacecar als auch bei Clavis Vehicel geht die steile Abfahrt voll auf die Bremsen - die Scheiben glühen und es steigt bei beißendem Gestank blauer Qualm aus den Radkästen - Ich gebe zu bedenken ein wenig gemäßigter abzufahren - erstens habe ich natürlich ein langfristiges über XXALPS hinausgehendes Interesse, dass mein Auto diese Woche überlebt - und zweitens, wenn nicht sind wir ja auch aus dem Rennen !!

Die kurze aber wuchtige kleine Rampe hoch nach Raggal ist kein weiteres Problem und es geht voll hinunter nach Bludenz.



Crewwechsel - wir wollen gleich zu Beginn öfters mal durchwechseln. Während die Truppe versucht alles in den Griff zu bekommen fahre ich gleich weiter rein ins Montafon. Die Silvretta, welche ich gut kenne ist immer ein Genuss. Spät am Mittag allerdings noch schöner, da jetzt der Ausflugsverkehr abgeebbt ist. Auf der Passhöhe ist ob der fortgeschrittenen Tageszeit und eingedenk der langen Abfahrt ein Kleiderwechsel nötig, welchen wir gleich noch mit einer Portion Nudeln krönen.


Von Pians bis zum Arlbergtunnelportal ist es gewohnt nervig durch den grausamen Verkehr - bald geht es nach St. Anton ab und wir sind wieder weitgehend alleine. Oben auf dem Arlberg habe ich Clavi wieder in Sichtweite. Er fährt einen Tick langsamer, verzichtet aber gewöhnlich auf Kleiderwechsel - Ich jedoch halte eine Abfahrt in den verschwitzen Klamotten nicht aus ohne mir ne handfeste Erkältung einzufangen, also werden wir weiterhin konsequent oben immer trockene Sachen anlegen - dabei versuchen jedoch die Wechselzeiten so kurz wie möglich zu halten. Dies gelingt auch mit jedem Pass mit Einübung der nötigen Handgriffe immer besser.


Oben am Arlberg wird die Crew wieder ausgetauscht. Das Licht, die Stuby Diodenlampe lassen wir derweil dran, ist doch die kommende Abfahrt bis zur Alpe Rauz und auch der Flexen und erst recht danach voll von Warth hinab ins Lechtal beileibe nicht furchteinflössend.




Elmen. Schnell nen Bissen reingeschoben, ne Cola geleert und dann den um die nächste Kurve verschwindenden Lichter von Clavis Pacevehicel folgend das Hahntennjoch in Angriff genommen. Vor diesem Pass, auf dem Papier nichts Dramatisches muss man sich in Acht nehmen. Das Ding ist ganz schön steil und die Abfahrt ist ob der Tatsache, dass sich da immer Kühe auf der Strasse vergnügen und immer wieder von den Schuttreissen Steine auf die Fahrbahn fallen nachts bei der Abfahrt eine “heiße Kiste”.


Im wahrlich grellen Licht der Edison bleibt jedoch auch den Kühen schier das Herz stehen und wir finden eine passende Passiermöglichkeit.



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XXALPS 2004 -1-


Geht es noch höher...? Noch steiler...? Noch... ? ...XXALPS 2004
Jetzt ist es also soweit. Während letztes Jahr die Vernunft die Oberhand über meine Träume behielt, so bin ich jetzt doch “umgefallen”.
Den Argumenten, Ende August gibt es mit großer Wahrscheinlichkeit den ersten großen Wintereinbruch im Gebirge, das Ganze ist nicht zu schaffen, Ich bekomme keine Begleitmannschaft zusammen, die Finanzierung sprengt meine Möglichkeiten, wie wahr sie auch waren - 2003 konnten sie meinen Elan soweit bremsen, dass eine Teilnahme an der Premierenveranstaltung unter keinen Umständen in Frage kommen konnte - nein dieses Jahr verloren sie mit dem Fortschreiten der Zeit ihre Überzeugungskraft. Als Andy Wenzel, der Veranstalter dann auch noch glaubte in mir den deutschen Fahrer gefunden zu haben, den er auch schon aus rein wirtschaftlichen Überlegungen in seinem hochkarätigen Teilnehmerfeld haben wollte, mein Freund Reinhard spontan seine Bereitschaft anbot den Crewchief zu machen, da war es dann soweit. Ich wollte, nein ich musste da unbedingt dabei sein !
Das sollte nach meiner erfolgreichen Teilnahme 2001 beim Urvater aller Ultralangstrecken Radrennen, dem RaceAcrossAmerica, kurz RAAM, das zweite Highlight in meinem Radfahrerleben sein !!
... Soviel vorweg, die Erwartungen wurden mehr als erfüllt !!

Jetzt hieß es zuerst mal eine fähige Begleitmannschaft zusammenzustellen. 6 Personen schienen mir gerade richtig, verteilt auf 2 Fahrzeuge, einem Pacecar und einem Wohnmobil. Jeweils 3 Personen, welche sich intern und als Gruppe im Schichtdienst abwechseln sollten.
Recht schnell mussten wir erkennen, dass es mit Finanz-Sponsoring nicht weit her war, so war von vornherein “Schmalhans der Küchenmeister” beim Organisieren. Alles musste so preiswert wie nur irgend möglich sein. Auch war klar, dass wir uns so viel wie möglich von den wirklich essentiellen Dingen der Logistik irgendwie zusammenleihen mussten.
Das klappte zum Schluss ebenso, wie es auch gelang, 6 Wochen vor dem Start noch ein Wohnmobil zu mieten, alle sechse der Begleitmannschaft zusammen zu bringen und selbst auch noch einigermaßen in Form zu kommen.

Die Begleitmannschaft setzte sich aus 3 Damen und 3 Herren zusammen, als dies waren:
Trupp 1 : Reinhard Schröder ( Crewchief ), Barbara Klaus ( meine Schwester ), Wolfgang Wagner
Trupp 2 : Hubertus Hohl, Sabine Schmidt, Tina Krone

Tina und Reinhard hatten bereits RAAM-Erfahrung, wussten also was da in Sachen Müdigkeit und sonstigen Unpässligkeiten auf den Fahrer und die Mannschaft während solch eines Mehrtage - Events zukommen konnte und sollte.

Donnerstag, den 19.August

Reinhard trifft heute, meinem ersten Urlaubstag bei mir ein. Wir haben noch eine Menge zu tun: Die Fahrzeuge aufrüsten, mit Lichtern, Stromversorgung, Ladegeräten, Navigations und Kommunikationssystemen, Trägersystemen für die Räder und das Zubehör, Einbau von Regalsystemen, Kühlgeräten etc. Unter der Mithilfe meiner Eltern schuften wir bis weit in die Nacht hinein.

Freitag, den 20. August

Die Aufgaben am Freitag sind die Gleichen wie am Vortag, nur ist es nerviger, da die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt und immer wieder etwas dazwischen kommt. Spätnachmittags bekommen wir noch Unterstützung von meiner Schwester, die ebenfalls bereits eintrifft und gleich beim Packen hilft. Auch dem unermüdlichen Einsatz von Frau Renz - mehrmals muss sie mit ihrem Vater bei uns vorbeikommen, bis das Kühlgerät endlich die Funktion aufnimmt - ist es zu verdanken, dass wir überhaupt fertig werden und, wenn auch wiederum spät abends zur Ruhe kommen. Wir haben es auch geschafft, eine geradezu unüberschaubare Anzahl von Lebensmitteln vom Nährwertgehalt zu erfassen und in Reinhards Ernährungsprogramm zu katalogisieren. Diese Dokumentation soll es uns ermöglichen etwaige Ungereimtheiten bei der Ernährung frühzeitig zu erkennen, um gegenzusteuern , bevor es zu spät ist - so weit die Theorie. Nun, die Praxis sah dann anders aus - die Mühe war jedoch nicht umsonst, haben wir doch jetzt im Nachhinein eine perfekte Auswertung alles Aufgenommenem.

Samstag, den 21.August

Früh sind wir auf den Beinen, um den Lebensmitteln ihren Platz zuzuweisen. Wir sparen nicht an Obst, Gemüse, d.h. allerhand “Vitaminen” - sie sollen, so die Spender von Blumen und Früchte Kirchgeorg, die Laune bei Fahrer und Crew im grünen Bereich halten. ...Hat auf jeden Fall einwandfrei geklappt !!!!
Auch Hubertus trifft ein, fast zeitgleich mit einem Expresspaket von UPS. Drin sind... Die Tunes...
Auf den wirklich allerletzten Drücker kommen noch die von Tune bereitgestellten Superlaufräder. Wir hatten schon nicht mehr damit gerechnet.
Jetzt heißt es Reifen, Kränze runter und auf die Tunes montieren. Fast fertig sind wir als auch um kurz nach halb neun unsere beíden “Mädels” aus der Pfalz eintreffen, Tina und Sabine.
Schnell wird noch die letzte persönlich Habe verstaut, dann geht es gegen 9 Uhr ab nach Liechtenstein, ins Abenteuer Xxalps. Unterweg holen wir in Ravensburg noch Wolfgang ab. Vollzählig, mit meinem roten Galaxy als Pacecar, einem phantastischen Wohnmobil, und jeder Menge Nervosität im Gepäck treffen wir am frühen Mittag, nach zum Glück staufreier Fahrt in Vaduz ein.
Registrierung, technische Abnahme der Fahrzuge, der Autos und der Fahrräder, stehen sodann auf dem Programm. Besonders auf Beleuchtung und Reflexmaterial legt der Veranstalter großen Wert. Der obligatorische Bluttest darf natürlich auch nicht fehlen.



Spätnachmittags finden sich dann alle Cracks zur Pressekonferenz ein. Danach gibt es Neuigkeiten in Sachen Roadbook.




Die Zeit bis zur abendlichen “Nudelparty”, einem gemeinsamen Abendessen in einem stilvollen italienischen Restaurant, wird mit dem Aufsuchen des Nachtquartiers, der hiesigen Jugendherberge, überbrückt.
Zum letzten Male in Ruhe in einem Bett schlafen - ich werde das bewusst genießen....Und morgen geht es dann los !

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HH - Oberstdorf -2-

Radfernfahrt Hamburg – Oberstdorf
Der zweite Tag und dritte Tag von Hessen durch den Süden...

Den Schlaf der Gerechten, den haben wir nach dem anstrengenden Tagwerk der ersten „Etappe“ (Hamburg – Nordhessen) geschlafen und beim Klingeln des Weckers noch bei Dunkelheit die Frage: der zweite Tag??!...

Der erwartet uns wieder mit herrlichem Wetter und so sind wir bereits wieder um 7 Uhr unterwegs. Hoch und nieder immer wieder, vor Allem heute wenn es durch die Rhön geht. Nach einer halben Stunde reißt mir der hintere Schaltzug und wir haben zu basteln, da wir kein passendes Zugseil an Bord haben. Ob es die Panne war, oder wir einfach heute nicht so gut drauf sind, jedenfalls steigt die Kilometerzahl auf dem Tacho nur unwesentlich, die Uhr rückt jedoch unaufhaltsam vor.

Das Radeln macht in der sich mühsam unter der vom strahlend blauen Himmel scheinenden Sonne sich erwärmenden Luft auf den ruhigen und verkehrsarmen Straßen enormen Spaß ! Als Znüni, wie die Schweizer sagen, hat Karl trotz Sonntag, frische Backwaren besorgt. Welche Wonne, im Vergleich zu all den Gels etc. Auf welche wir jedoch weitgehend und wenn ich von mir ausgehe, auch gerne verzichten.
Jetzt verlassen wir die Rhön und sind längst auch schon in Bayern angekommen, wo der Steigerwald auf uns wartet. Im Großen und Ganzen verläuft die Fahrt relativ ereignisarm, wenn man von den andauernden Umleitungen wegen Festivitäten und Kanalisationsarbeiten mal absieht. Auch die sonst üblichen Flüche und Wutausbrüche bleiben uns und dem Ersteller der Route erspart – dank GPS sind wir immer im Bilde oder besser da wo wir sein sollten. Psychisch ungemein beruhigend. Wenn ich da an die übliche Sucherei bei den Brevets, sofern man die Strecke noch nicht kennt denke, bei der man dann an jeder 3.oder 4 Kreuzung absteigen und nachschauen muss...
Zwischenzeitlich gönnen wir uns in einer Pizzeria im Sportheim zu Langenreinbach eine Rast mit Salat, Getränk und einer phantastischen frischen Pizza.
Jetzt kann uns eigentlich nichts mehr, oder besser doch, - der Wind, welcher jetzt auf SO gedreht hat - merklich aufhalten, wiewohl der Fahrtschnitt sich jetzt in homöopatischen Steigerunsdosen der 30 km Marke wieder nähert.


Langsam sind wir nicht mehr so sicher, ob wir denn nun trocken bleiben, denn es zieht mehr und mehr zu. Sieht eigentlich ganz nach Gewitter aus. Jedoch – wir sind schneller. Und entkommen dem uns verfolgenden Gewölk. Der Wind hat eben einfach diesmal die richtige Richtung. Nach ausgiebiger „Fütterung“ der Löwen mit Fischkonserven, frischen Trauben allerlei Brot nehmen wir die zweite Nachtfahrt in Angriff. Irgendwie ist das jetzt nicht mehr meine Zeit – ich hätte nichts dagegen einzuwenden gehabt bereits um 10 Uhr die Flinte ins Korn zu werfen, doch Franz drängt weiter und so sammeln wir eben auch noch die letzten der geplanten Kilometer ein bis wir um pünktlich 11 Uhr in einer kleinen Seitenstraße am Ende des Nördlinger Rieses zur Nachtruhe bitten. Tagesfazit: Müde, aber immerhin noch 370 km geschafft.

Wow, die Nacht war wohl zu kurz. Der Kalte Ostwind, etwas Nebel im Donaumoos und unsere Müdigkeit hemmen anfangs unseren „radlerischen“ Fortschritt.
Mit der Sonne kommt die Wärme und die gute Laune zurück und wir preschen an Gundremmingen vorbei gen Süden. Thannhausen, so heißt unser erster „Pitstop“. Essen und Trinken sowie ein Reifenwechsel hinten bei Franz sind angesagt. Auf teilweise bekannter Strecke geht es immer weiter hinein ins Allgäu. Zuerst passieren wir das Unter- dann entern wir das Oberallgäu .Ottobeuren mit seiner prächtigen baulichen Kulisse ist ein letzter verdienter Halt.

Ganz zwanglos kacheln wir mit teils halbem, teils leicht vor dem Wind, unserem Ziel, der südlichsten Marktgemeinde Deutschlands entgegen. Wie eigentlich überall fahren wir weitgehend ohne von größerem Verkehrsaufkommen behelligt zu werden dem Endpunkt der Route entgegen, da kann uns der Stadtverkehr in Sonthofen dann auch nicht mehr schocken und bald darauf, kurz vor 14 Uhr erreichen wir Oberstdorf, nicht ohne Stolz über die in den vergangenen 2 ½ Tagen vollbrachten Leistung. -. Ziel - .
Alle sind wir zufrieden , haben ein tolles verlängertes Wochenende bei phantastischem Wetter erlebt. Wir haben uns prächtig verstanden. Blut geleckt kann man diesen Zustand auch nennen, - mit Lust auf mehr in der Zukunft !

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Hamburg-Oberstdorf 2003

Radfernfahrt Hamburg - Oberstdorf



Mit dem Rad quer durch Deutschland (Hamburg – Oberstdorf im September 2003)


Freitag, den 12.09.2003, wir, Franz Kohlsdorfer, Karl Meixensberger und ich sitzen in unserem Wohnmobil und tuckern auf der A 7 gen Norden. Endlos zieht sich die Fahrt bei um die 80 km/h hin. Kaum zu glauben, daß wir in den folgenden Tagen diese Strecke aus eigener Kraft mit dem Radl zurücklegen wollen !
Auf dem Campingplatz Stover Strand an der Elbe quartieren wir uns für die Nacht ein.
Die letzten Tage habe ich mich intensivst mit der Routenbeschreibung, welche Burkard Sielaff ausgearbeitet hat, auseinandergesetzt und fürchte nun eine ewige Sucherei in den folgenden Tagen. Franz erdreistet sich jedoch und pfriemelt in zwei Abendstunden die geplante Route in sein GPS rein. Welche Mühe,.... (die wird sich jedoch noch auszahlen !!)


Samstag, 7.00 Uhr. Start bei herrlichem Sonnenaufgang an der Elbe. Es ist „chilli“ , wie die Amis zu sagen pflegen – der Wind hat jedoch die richtige Richtung – NW – ideal bei einer Fahrt in den Süden.
Gleich in der Gegend rund um Pattensen haben wir mit unserem GPS das erste Erfolgserlebnis - diese Feldwege hätten wir wohl nie, oder nur sehr schwerlich gefunden.


Die Fahrt wird im wesentlichen gekennzeichnet durch Salat auf den Feldern, wer den wohl Allen ißt(?), rote Backsteinhäuser, schöne Bäume, welche als Alleen die verkehrsmäßig sehr ruhigen Straßen säumen. Gänzlich sich von der uns Dreien bekannten, da heimischen, Südgermanischen Landschaft unterscheidend. Aber nicht ohne...Das Radeln macht Spaß und wir kommen gut voran.


Langsam wurde es auch Zeit. Einkaufen und Wegsuche verlangsamen die Wohnmobilfahrt nicht unerheblich und so kann Karl uns erst nach knapp 190 km ein zweites Mal nach dem ersten Treffen in Fallingbostel einholen. Pause. Cola und Süßigkeiten vom Bäcker, sowie frisches Obst munden und werden uns wieder den nötigen Antrieb verschaffen. Jetzt geht es ja auch gleich in den Deister, d.h. die ersten Berge.


Herrlich wieder einmal bergauf fahren zu dürfen. In stetigem Auf und Ab nähern wir uns Hameln, welches wir westlich umfahren. Karl bemüht sich dort um ein Mittagessen vom Schnellimbiß für uns.
Wissen wäre Macht... In Bad Pyrmont gehen bei uns Radlern langsam die Lichter aus, wir müssen tanken. Wird bei dem dortigen MC Donalds erledigt. Kaum 5 Minuten vor Ort holt uns auch wieder Karl ein. Jetzt gibt es eben die doppelte Portion. Kann nach über 7 Stunden im Sattel ja auch nicht schaden.


Gut gestärkt drücken wir jetzt auch den Wind welcher von, wie die Segler sagen, raumer Richtung auf halber Wind sich verändert hat, weg.
Und wir dringen in ein neues Bundesland vor. Hessen .



Besen, Besen sei‘s gewesen,... nun die Geister in Form von Hügeln werden wir nun in der Tat nicht mehr los. So freuen wir uns tierisch auf unsere nächste Pause nach knapp 3 Stunden. Treibstoff in Form von klebrigen Getränken bunkern, Hose mit Sitzcreme schmieren, Brille putzen etc. Jetzt sollte uns bis zum Einnachten nichts mehr aufhalten.



Um 8 Uhr abends gibt es Suppe mit Thunfisch und fast ganz frischem Holzofenbrot von unserem kleinen Bäcker in Hochwang. Eine Wonne ! Wir streifen darüber hinaus auch warme Kleidung über, denn es wird jetzt um diese Jahreszeit bereits empfindlich kühl. Kurz vor 9 machen wir uns wieder auf die Socken und wollen noch ein paar Kilometer fressen. Um 10.45 Uhr haben wir von den wüsten Stichen hier nordwestlich von Fulda genug und wir halten inne zum Ruhen. Eine aufgelassene Tankstelle ist die einzige im Dunkeln auszumachende ebene Fläche.


Eine halbe Stunde später haben wir Alles in unserem VW LT Selbstausbau-Wohnmobil, welches wir für diese Aktion von einem Freund geborgt haben, verstaut und dämmern nach immerhin 437 km friedlich in den Sonntag hinein...


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