Sonntag, 14. August 2011

mitten drin im Sommer

Wärme, Nässe, und was noch ?

fast 2 Wochen ist es her - die jüngeren Mitbürger haben Sommerferien!
Ist der August jetzt eine Regenpfütze?
Eigentlich nicht.

Es ist eher englisch dieses Jahr - es regnet eigentlich jeden Tag - stellt man es geschickt an, wird man eher nicht nass.
Wenn das nur immer so einfach wäre.
Aber, es könnte doch noch schlimmer sein - zB. über 30 Grad und eine herniederbrennende, alles versengende Sonne, wie weiland im Jahr 2003.

Nein, mir ist es so deutlich lieber.
Auch, da ich eh keinen Urlaub gerade habe und so gerade "kein Bäume ausreisse"

Und, es steigt auch schon die Spannung ein wenig, was uns all die schlauen Techniker- , und Marketinghirne wieder auf der Eurobike in Friedrichshafen zum Kauf vorsetzen werden. Vielleicht sind ein paar echte Innovationen darunter, vielleicht auch echte Evolutionen, vielleicht auch nichts von Alledem?

Vielleicht sehen wir uns ja in Friedrichshafen...

Samstag, 9. Juli 2011

vom Service...

"Serviceabteilung" kingcrab berichtigt:

Hin- und hergerissen die Möglichkeiten der modernen Kommunikationstechnologie zu loben und auf der anderen Seite zu verdammen kommt man hin und wieder aber doch ins grübeln.

Gerade dann wenn man gerade in einer "E-Mail-Flut" zu ertrinken droht.
Nein, keine Spams, die bleiben geschickterweise in einem funktionsfähigen Filter stecken...
sondern, Anfragen, Fragen, etc.

Erst mal, das ist toll! - ziegt es doch, dass es nicht nur reichlich "Draufklicker" auf die Site gibt, sondern sogar auch "Jäger und Sammler", also Menschen, welche die Berichte auch lesen.
Natürlich taucht dann da die eine oder andere Frage auf.
Und, gerne beantworte ich die auch!

Aber bitte, manchmal hilft auch statt hastig in die Zeilen zu hämmern....sich hinsetzten, zum Fenster rasusschauen, nachdenken - oh, meist ist das Problem dann schon gelöst!

Nicht gerne bin ich unfreundlich und beantworte Mails nicht - kommt nur vor, wenn ich gerade im Urlaub verweile - aber es sollte auch klar sein, dass dies auch ein nicht geringer Zeitaufwand darstellt, und auch für Menschen mit einem eher als hochrangig entwickelt einzustufendem Zeitmanagementsytem sind durch den Zeitraum, welcher unsere Mutter Erde nun mal braucht um einmal um sich selbst zu rotieren, ganz natürliche Grenzen gesetzt, welche weder mit Technik, noch mit noch mehr Technik, und schon gar nicht mit Hektik und Druck, Repressalien oder Ähnlichem zu überwinden sind.

Und wenn wir noch einen Schritt weiter gehen dann fällt mir oft nur der wahrlich geniale Refrain eines Songs aus den Mitte-Siebzigern der Gruppe Rumpelstilz ein (Hanery Aman & Polo Hofer)


"Bin ich Gottfried Schtutz, ein Kiosk
oder bin ich etwa 'ne Bank?
oder seh' ich aus wie ein Hotel?
oder wie'n Kassenschrank?"

Ganz deutlich:
  • Nein, ich kann, werde, und will auch keine Ausrüstung verschenken, verteilen oder sonst noch was, welche mir zum Testen und beurteilen leihweise überlassen worden ist.
(Personen, welche ich in diese Testabläufe mit einbeziehe sind den "Gebern" als "Klonung des Testkingcrab" bekannt und verdienen das Vertrauen - keine Materialbettler im Internet!!!)

  • Nein, ich kann meine Bücher nicht günstiger verkaufen (als "Unbekannter aus Funk und Fernsehen" steht mir bei meiner Druckerei leider keine "Millionenauflage" für einen günstigen Stück-Einkaufspreis zur Verfügung)
  • Nein, das gleiche gilt auch für meine Kalender aus der Kalenderedition kingcrab, Diese hochwertigsten Druckwerke auf Kunstdruckkarton können, da in geringer Stückzahl aufgelegt, und in Deutschland gefertigt, natürlich nicht mit einem Massenprodukt aus der "Tankstelle" preislich mithalten. (Nichts gegen China, aber muss den wirklich alles unter erheblichem Rohenergieaufwand billigst zu Lasten von den arbeitenden Menschen hier und dort heute, und zu Lasten von allen Menschen in naher Zukunft durch die Verschwendung der wichtigen Energieressourcen der Erde für den Transport, aus fernen Landen kommen?)
  • Nein, ich habe weder Zeit noch Lust alle Erfahrungen und alles methodisches Wissen im Technikbereich an Industriebetriebe weiterzu geben ohne dass auf der anderen Seite nicht auch die geringste Bereitschaft vorhanden wäre dies zu honorieren.(würde eine durch das try und error Prinzip errungene Wissens- und Informationsbasis denn auch umsonst sein?)
  • Nein, ich habe auch keinerlei Lust darauf umsonst Manager in Trainings- Organisations- und Lebensfragen im erweiterten Radsportumfeld zu sein (siehe oben)
Geiz ist zwar geil, wie wir aus der Saturnwerbung seit langem vernehmen, aber was ist billig, und was ist günstig, und was gar schofel, und oder unfair und erniedrigend?
Und, ist es nicht so, dass etwas was nichts kostet auch nichts sein kann?

Es ist einfach eine Frage des Respekts vor einem anderen Menschen ihm auf Augenhöhe zu begegnen, sein Wesen und sein Handeln zu tolerieren und zu respektieren, sofern es sich im Rahmen dessen bewegt, was sich eine Gemeinschaft von Menschen als geschriebenes, wie auch als ungeschriebenes Wort auferlegt hat.
Denn, wie bereits angedeutet, ich, wie auch andere Menschen mussten, müssen und vor Allem werden immer weiter lernen müssen - aus den eigenen Fehlern! Und das kostet, Zeit, Nerven, Geld - und wer weiß, was nicht noch Alles...

Nennt man das nicht einfach Dienstleistung - oder heute in einer fortschreitenden Globalisierung und bei einer Einschleichung von sinnvollen und weniger sinnvollen Anglizismen in unseren Sprachgebrauch, auch Coaching.

Wenn ich mir die ganzen Telephonate und Mails dieser Woche rückblickend anschaue - ja, dann muss ich doch ein Coach sein - wisst Ihr das nicht?

Doch, und genau deswegen freue ich mich über Eure Anerkennung dieses Sachverhaltes, und sage schon mal Danke!

Mittwoch, 29. Juni 2011

neue Zeitrechnung

Das'n Ding...
ein Blick in die Geschichte der Menschheit zeigt. Irgendwann ist es soweit - eine neue Zeitrechnung beginnt.
Man definiert dann: ante...(also davor) und past... (also danach)
von unserem Kalender kennen wir das ja: vor Christi Geburt und danach...
Und im Radsport, genauer, im Extrem- oder Ultraradsport wurde dieser Tage ein solcher wichtiger Wegpunkt markiert - von Jay Petervary auf der Original Route des diesjahrigen RAAM (RaceAcrossAmerica)
Bravo! ...oder wow! ...ich sage: na endlich!

Ihr wisst ja, dass ich mich schon seit einiger Zeit der freiwilligen Materialbeschränkung unterwerfe, welche ein klares solo unsupported postuliert. Und genau nach diesem Prinzip ist Jay dieses Jahr das RAAM gefahren und hat in einer Hammerzeit von 12 Tagen 13 Stunden und 30 min für die 2.985 Meilen gefinisht!!

Das jetzt irgendwie zu erklären, das spar ich mir, denn diese Zahlen machen sprachlos.

Werfen wir aber doch mal kurz einen Blick zurück in die Geschichte. In den Anfangsjahren des RAAM, also den frühen 80 ern, war man noch nicht so sicher wie das denn alles am Besten geht - Jeder hatte in der Anfangszeit so sein eigenes Rezept. Mal mehr Unterstützung, mal weniger, mal mit Medizin und "haufenweise" Material Logistik, wie heute gemeinhin üblich, oder auch mit Minimalaufwand.

Die Tatsache, das ich 2001 mit einem der geringsten Budgets in der Geschichte RAAM finishen konnte (auf Platz 5 und Rookie of the year), dennoch aber 6 Begleitpersonen und 2 Autos im Einsatz hatte, zeigt, dass hier noch Potential da war und ist...aber:

1982 machte sich ein schneidiger Kanadier, Wayne Philipps auf und durchquerte sein Heimatland von West nach Ost, solo unsupported, in einer bemerkenswerten Zeit von unter 3 Wochen (für die mehr als 6.000 km).
Das war dem Wayne nicht genug - er hatte "Blut geleckt" und nahm sich dann die Kontinentaldurchquerung der Staaten vor. Das sollte beim RAAM 1985 geschehen. Wayne fuhr komplett solo und konnte sich recht gut im "Pack" behaupten, wurde aber leider Opfer eines tragischen Unfalls, bei dem er in der Nähe von Tucumcari in New Mexiko von einem Truckdriver (absichtlich!!!) überfahren wurde. Wayne ist seitdem Querschnitsgelähmt und konnte seine Pläne nicht mehr realisieren.

Die Raceorganisation reagierte, wie man heutzutage eigentlich immer auf Unfälle reagiert - man schrieb eine Begleitung zwingend vor, also man versuchte durch mehr Kontrolle, mehr Technik, mehr Support Dinge, die im Bereich des bösen Zufalls liegen zu beherrschen.

Das wird sicher nie gelingen. Denn es gibt Ereignisse, welche man ganz einfach als tragisches Schicksal hinnehmen muss! Denn, wir alle wissen, nicht erst seit diesem Frühjahr: mit Technik und viel Aufwand lässt sich nichts beherschen - und frei nach Murphy - was schiefgehen kann - sei es auch noch so abstrus - das wird auch irgendwann einmal schiefgehen.
Es gab aber trotz dieser Massnahmen mitlerweile auch bereits tödliche verlaufende Kollissionen mit Kfz während des RAAM. (eben! - s.o.)

Aber, zurück zur Geschichte - seit damals, also seit 1985 wurde kein signifikanter Versuch mehr im Beriech des solo unsupported unternommen.
Ich dachte bereits vor einigen Jahren auch darüber nach selbst - also ohne offizielle Registrierung - diese Geschichte im Vermächtnis Wayne Pgilipps' in Angriff zu nehmen....
...zog aber zurück, da ich ganz einfach Angst hatte - ich fühlte mich nicht stark genug, auch mental in der Bullenhitze des amerikanischen Sommers das ganze Land "zu verspeisen". Ich war, gerade auch mental, vielleicht schon zu alt dazu. Aber das ist ja nicht schlimm - dann bleibt auch noch Raum und genug "Spielwiese" für die nachfolgenden Generationen - irgendwann werden Jüngere Atlethen nachkommen, die unerschrockener, leistungsfähiger sind, und für uns unlösbare erscheinende Probleme lösen....
und es wäre doch wirklich kleinlich und auch unfair, einem Raub an der nächsten Generation gleichkommend, wenn ich Probleme lösen werde, welchen ich eigentlich nicht geachsen bin, nur in dem ich sie mit Einsatz von Technik auf ein Mass reduziere, so dass ich sie noch lösen kann. Das ist dreist.
Dann muss man eben üben und so lange warten können bis man so weit ist mit seiner Leistungsfähigkeit - und wenn es zu hoch ist , das Ziel, nun, dann muss man sich eben ein Kleineres suchen, welches zu einem selbst besser passt.

Also lieber Jay Petervary, und auch alle Freunde und (neudeutsch) Follower der solo self- oder auch unsupported Bewegung. Wir beginnen jetzt nach diesem Husarenritt des Amerikaners bei 0 zu zählen und alles was bisher war : ist vor und alles was jetzt kommen mag soll das danach sein...

Ich freue mich auf jeden Fall schon über ein Wachsen dieser Bewegung, welche in Deutschland am Besten zur Zeit bei Der Grenzsteintrophy manifestiert ist.

Jetzt haben wir wie schon beim Bergsteigen die Möglichkeit zu unterscheiden: Berg bestiegen, oder nur oben gewesen.
Ich selbst habe fast alle Viertausender der Alpen bestiegen, Bergsteigen ist mein großes Hobby, aber schaut man genau hin, dann sage ich,
Ich war auf vielen Bergen oben, aber ich habe sie nicht bestiegen!

Denn, bestiegen habe ich einen Berg für mein Dafürhalten nur dann, wenn ich von der letzten dauerhaften menschlichen Siedlung den Aufstieg aus eigener Kraft vollende (ohne Seilbahn etc.)

Diese Unterscheidungsmöglichkeit gibt es jetzt auch im Extremradsport.
Jay ist also der erste echte RAAM Finischer (auch wenn er über dem Zeitlimit gelegen wäre).
Wo ist der erste Finischer der RATA, des racearound Austria, des.....die Liste ist ja schier endlos, da Extremradsportveranstaltungen gerade boomen - wohl natürlich auch, da man eigene "Nichteignung" eben bisher durch den Einsatz an kostspieliger und umfangreicher technischer, medizinischer und monetärer Hilfe extrem in der Auswirkung auf das Ergebnis mildern kann.

Hier noch ein Bild von unterwegs http://www.flickr.com/photos/noidletour/5855279552/
Und das soll doch nicht sein.
Es wird eine spannende Zeit (hoffentlich) hereinbrechen - den Wegbereiter, der uns gezeigt hat : es geht - den gab es jetzt
Also gilt die Ausrede: "das geht doch nicht" von jetzt an nicht mehr.